von Erich Bongard

Die Geschichte des Lehnshofes Huppenbroich beginnt nach den Archivunterlagen im 14. Jahrhundert. Er stand am »Alten Weiher«, im Quellgebiet des Ammelbaches, wo heute noch ein Riesenhügel mit Baumbepflanzung zu sehen ist und auf die enorme Größe der Ruine hindeutet. Er war 400 Morgen groß und begann im Westen am »beginnenden Tälchen des Wofertssiefes«.

1369
Es ist weiter vermerkt, das er zwei Quellgebiete umfasste: erstens Ammelbach und zweitens Brombach. Übrigens hieß damals der heutige Tiefenbach bis zur Huppenbroicher Mühle Gösselssief. Denn es heißt in der o.a. Urkunde, dass sich im Gebiet des Lehnshofes der Gösselssief mit der Ammelbach vereinigt.

1473
Mit Urkunde vom 25.01.1473 wird dem Peter von der Hardt der Hof Huppenbroich vom Herzog Gerhard von Jülich-Berg als Lehen übertragen.

1504
Eva von der Hardt, eine Tochter von Peter, heiratete 1504 einen Hein Hoesch von Kettenis, wodurch dieser den Lehnshof Huppenbroich erwarb. Lehnsherr war Wilhelm V., Herzog von Jülich-Cleve-Berg. Mit dem Lehensgut war eine besondere Berechtigung, nämlich der Buschzehnte verbunden, d.h. eine an den jeweiligen Lehensinhaber zu entrichtende Abgabe von neu gerodetem Land.

1544
Hierbei kam es zwischen dem Herzog und Hein Hoesch im Jahre 1544 zu Streitigkeiten, wonach Hein Hoesch auf Grund eines Vertrages mit den Jülicher Räten am 26.06.1550 auf den Rottzehnten verzichtete. Danach war Bartholomäus der Ältere Hoesch, Sohn des Hein Hoesch, auf dem Hof. Von diesem ist nicht viel bekannt.
Seine Tochter Elsgen heiratete einen Marten Forster, sie hatten dann den Hof inne.

1595
Der Hof muss zu dieser Zeit öfters den Besitzer gewechselt haben, denn es heißt u.a. am 28.08.1595 unter Nr. 906 im Baelener Gudungsbuch: „Mertten Meys Heusschen eydom von Daellem wonnende ind Houppenbruck“. Dieser Bartholomäus der Jüngere Hoesch von Dolhain zu Cronenburg, ein Enkel von Hein Hoesch, wurde im Jahre 1593 mit dem Gute belehnt.

1622
Er verkaufte, wie aus einem Schreiben seines Neffen Peter Forster vom 04.03.1622 hervorgeht, die Hälfte des Lehensgutes für 800 „Thaler“ an den Freiherr von Ketteler, an dessen stelle später der Freiherr und die Freifrau von Neuland traten.

1638
Der Teilungsvertrag zwischen denen von Neuland und M. Forster ist datiert vom 27.12.1638. Von den beiden auch baulich zu trennenden Losen wählte Martin das erstere. Bei dem ersten Teil muss es sich um den heutigen Kesselshof handeln, denn in der Urkunde ist die Rede von einem »Weyer«.
»Ferners solle dieses teil haben den Benden in der Brombach« und »den halben hoff unterm haus nahe des Forstershaus« (heutige Flurbezeichnung Forsthaus).
Der in dem Vertrag von 1638 den Forsters zuerkannte Teil des Hofes befand sich vor 1871 im Besitz von C. te Berghe in Monschau und ging dann an den aus Eynatten stammenden Matthias Josef Kessel über.
Der alte Lehnshof am »Alten Weier« blieb bis Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie Hoesch.

1729
Ein Christian Hoesch, seit 1699 mit dem Hof belehnt, verkaufte das Gut am 08.06.1729 für 900 Reichsthaler an den Freiherrn Franz von Fürth, der die Beleihung am 13.05.1730 empfing.Franz von Fürth, Freiherr von Bewer, genannt von Fürth zu Werden und Limiers übertrug das Lehensgut bei Lebzeiten seinen Söhnen, die es bald veräußert haben müssen, da es in den Akten der Fürths nicht mehr weiter erwähnt wird.